Geiseln an Kasse vier
von Jan am Mai.29, 2009, betrifft Allgemein

Oha. Manager bekommen für abwrackreife Firmen noch Millionenabfindungen, der Staat greift tief in die Tasche, um ein paar Arbeitsplätze zu retten. Reinhilt Wiegel aber, die zehn Wochen in kolumbianischer Geiselhaft saß, soll für den Hubschraubertransfer vom Terroristencamp nach Bogota zahlen. Das Auswärtige Amt stellte ihr 12640 € in Rechnung. Völlig zu Recht (nach Gesetzeslage).
Ob das allerdings moralisch vertretbar ist? Wer hat denn mal eben 12 Mille auf Tasche? Od3er, wie es der zuständige Richter ausdrückt:
Die persönlichen Lebensumstände der Klägerin gebieten keine Reduzierung.
Und ohnehin sei ja nur ein Teil der ursprünglich 39000 € gefordert worden. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Wir leben in einem Sozialstaat, in dem man ohne Probleme bei anhaltender Arbeitslosigkeit alt werden kann, da ist sowas doch nicht nötig? Man könnte ja 12000 aus dem Konjunkturpaket abzwacken …
Also, liebes auswärtiges Amt: Falls ich mal gekidnappt werden sollte, bitte holt mich mit dem Fahrrad ab.

